Die amaryllis begeistert mit ihren imposanten blüten während der wintermonate und verwandelt jedes zuhause in ein blütenmeer. Doch nach der blütezeit stellt sich für viele pflanzenliebhaber die frage, wie es mit der zwiebelpflanze weitergeht. Mit der richtigen pflege lässt sich die amaryllis jedoch problemlos zu einer erneuten blüte im folgejahr bringen. Die pflanze benötigt nach ihrer blühphase besondere aufmerksamkeit und einen durchdachten pflegezyklus, um ihre kraft für die nächste saison zu sammeln.
Pflege der Amaryllis nach der Blüte
Verblühte blütenstände entfernen
Sobald die blüten verwelkt sind, sollten sie umgehend entfernt werden. Der blütenstiel wird dabei etwa fünf zentimeter über der zwiebel abgeschnitten. Diese maßnahme verhindert, dass die pflanze energie in die samenbildung investiert, die für die regeneration der zwiebel benötigt wird. Das laub bleibt jedoch vollständig erhalten, da es für die photosynthese und damit für die nährstoffversorgung der zwiebel unverzichtbar ist.
Das laub als energiequelle nutzen
Die grünen blätter der amaryllis erfüllen nach der blüte eine zentrale funktion. Sie produzieren durch photosynthese nährstoffe, die in der zwiebel gespeichert werden. Dieser prozess ist entscheidend für die entwicklung neuer blütenknospen. Die blätter sollten daher keinesfalls vorzeitig entfernt werden, sondern erst dann, wenn sie vollständig vergilbt und vertrocknet sind.
Standortwahl nach der blütezeit
Nach dem verblühen benötigt die amaryllis einen hellen standort ohne direkte mittagssonne. Idealerweise steht sie bei temperaturen zwischen 18 und 22 grad celsius. Ein platz am fenster mit ost- oder westausrichtung bietet optimale bedingungen. Ab mai kann die pflanze auch ins freie umziehen, sofern keine frostgefahr mehr besteht.
- Blütenstiel fünf zentimeter über der zwiebel abschneiden
- Laub vollständig stehen lassen
- Hellen standort ohne direkte sonneneinstrahlung wählen
- Temperatur zwischen 18 und 22 grad celsius halten
Diese pflegemaßnahmen bilden die grundlage dafür, dass die zwiebel ausreichend kraft für die kommende ruhephase sammeln kann.
Ruheperiode für die Amaryllis
Der richtige zeitpunkt für die ruhephase
Die ruheperiode beginnt typischerweise im spätsommer, etwa ab august oder september. Sie dauert mindestens acht bis zehn wochen und ist für die bildung neuer blütenknospen unerlässlich. Während dieser zeit stellt die pflanze ihr wachstum ein und konzentriert sich auf die regeneration der zwiebel. Das laub wird in dieser phase nicht mehr gegossen und darf vollständig einziehen.
Vorbereitung auf die ruhezeit
Etwa sechs wochen vor beginn der gewünschten ruhephase wird die wassergabe schrittweise reduziert. Die düngung wird komplett eingestellt. Sobald die blätter gelb werden und vertrocknen, können sie bodennah abgeschnitten werden. Die zwiebel verbleibt im topf und wird an einen kühlen, dunklen ort gebracht.
Optimale bedingungen während der ruhe
| Parameter | Optimaler wert |
|---|---|
| Temperatur | 12 bis 16 grad celsius |
| Luftfeuchtigkeit | Niedrig bis mittel |
| Licht | Dunkel |
| Wassergabe | Keine |
| Dauer | 8 bis 10 wochen |
Ein keller, eine garage oder ein kühler dachboden eignen sich hervorragend als lagerort. Die zwiebel sollte während dieser zeit nicht austrocknen, aber auch nicht gegossen werden. Eine regelmäßige kontrolle auf schädlinge oder fäulnis ist dennoch empfehlenswert.
Nach dieser erholungsphase ist die zwiebel bereit für eine gezielte nährstoffversorgung, die ihr die energie für die nächste blüte liefert.
Wie Sie Ihre Amaryllis nähren
Düngung während der wachstumsphase
Sobald die amaryllis nach der blüte wieder aktiv wächst, benötigt sie regelmäßige nährstoffzufuhr. Ab dem zeitpunkt, wenn das laub vollständig entwickelt ist, wird alle zwei wochen mit einem flüssigen blühpflanzendünger gedüngt. Die konzentration sollte etwa der hälfte der auf der verpackung angegebenen dosierung entsprechen, um eine überdüngung zu vermeiden.
Die richtige düngerzusammensetzung
Für die amaryllis eignet sich ein dünger mit ausgewogenem nährstoffverhältnis. Besonders wichtig sind folgende komponenten:
- Stickstoff für das blattwachstum
- Phosphor für die blütenbildung
- Kalium für die stärkung der zwiebel
- Spurenelemente wie eisen und magnesium
Düngungsplan im jahresverlauf
Die düngung erfolgt nicht kontinuierlich über das ganze jahr, sondern folgt einem bestimmten rhythmus. Nach der blüte bis zum beginn der ruhephase wird alle zwei wochen gedüngt. Während der ruheperiode wird die düngung vollständig eingestellt. Nach dem austrieb der neuen blütenknospen kann erneut mit einer leichten düngung begonnen werden, die jedoch sparsamer ausfällt als während der hauptwachstumsphase.
Eine angemessene nährstoffversorgung allein reicht jedoch nicht aus, wenn die zwiebel nicht genügend platz und frisches substrat zur verfügung hat.
Umtopfen der Amaryllis für eine neue Blüte
Wann umtopfen sinnvoll ist
Die amaryllis muss nicht jährlich umgetopft werden. Ein umtopfen ist etwa alle drei bis vier jahre erforderlich oder wenn die zwiebel deutlich über den topfrand hinauswächst. Der beste zeitpunkt liegt vor beginn der neuen wachstumsphase, also nach der ruhepause und bevor der neue blütenstiel erscheint.
Die richtige topfgröße wählen
Der neue topf sollte nur geringfügig größer sein als der vorherige. Ein abstand von etwa zwei zentimetern zwischen zwiebel und topfrand ist ideal. Zu große töpfe führen dazu, dass die pflanze mehr energie in wurzel- und blattwachstum investiert statt in die blütenbildung. Der topf muss unbedingt über ein drainageloch verfügen, um staunässe zu vermeiden.
Das optimale substrat
Die amaryllis bevorzugt ein durchlässiges, nährstoffreiches substrat. Eine mischung aus folgenden komponenten hat sich bewährt:
- Hochwertige blumenerde als basis
- Sand oder perlite für bessere drainage
- Kompost für zusätzliche nährstoffe
- Optional etwas tonscherben am topfboden
Die umtopftechnik
Beim umtopfen wird die zwiebel vorsichtig aus dem alten topf gelöst. Alte, vertrocknete wurzeln werden entfernt, gesunde wurzeln bleiben erhalten. Die zwiebel wird so in den neuen topf gesetzt, dass etwa ein drittel bis die hälfte aus der erde herausragt. Dies fördert die blütenbildung und verhindert fäulnis am zwiebelansatz. Nach dem umtopfen wird mäßig angegossen.
Neben dem richtigen substrat spielen auch die umgebungsbedingungen eine entscheidende rolle für den erfolg der wiederblüte.
Die Rolle von Licht und Wasser bei der Wiedergeburt der Amaryllis
Lichtbedarf nach der ruhephase
Nach der ruheperiode benötigt die amaryllis viel licht, um den austrieb anzuregen. Ein heller standort ohne direkte mittagssonne ist optimal. Bei zu wenig licht bilden sich lange, schwache blütenstiele, die umknicken können. Die pflanze sollte regelmäßig gedreht werden, damit sie gleichmäßig wächst und sich nicht einseitig zum licht neigt.
Wassergabe nach der ruhezeit
Sobald der neue blütenstiel etwa zehn zentimeter hoch ist, beginnt die wassergabe. Zunächst wird nur mäßig gegossen, um die wurzelbildung anzuregen. Mit zunehmender größe des blütenstiels wird die wassermenge schrittweise erhöht. Wichtig ist, dass überschüssiges wasser immer ablaufen kann und keine staunässe entsteht.
Bewässerungsrhythmus während der wachstumsphase
| Wachstumsstadium | Wassergabe |
|---|---|
| Austrieb bis 10 cm | Kein wasser |
| Blütenstiel 10-20 cm | Sparsam, alle 3-4 tage |
| Während der blüte | Regelmäßig, substrat feucht halten |
| Nach der blüte | Mäßig, substrat zwischen gießvorgängen antrocknen lassen |
Luftfeuchtigkeit und temperatur
Die amaryllis bevorzugt eine moderate luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 prozent. Zu trockene luft kann zu braunen blattspitzen führen. Während der blühphase sollte die temperatur zwischen 18 und 22 grad celsius liegen. Höhere temperaturen verkürzen die blühdauer, niedrigere temperaturen verzögern den austrieb.
Mit diesen grundlagen geschaffen, lässt sich die amaryllis gezielt auf ihre nächste blühphase vorbereiten.
Die Amaryllis für die nächste Blüte vorbereiten
Den blühzeitpunkt steuern
Durch die steuerung der ruhephase lässt sich der blühzeitpunkt der amaryllis gezielt beeinflussen. Wer die pflanze zu weihnachten blühen sehen möchte, beendet die ruheperiode etwa acht bis zehn wochen vorher. Die zwiebel wird dann an einen warmen, hellen ort gebracht und die bewässerung beginnt.
Erste anzeichen des austriebs
Nach dem ende der ruhephase zeigen sich erste anzeichen des austriebs. Zunächst erscheint die spitze des blütenstiels in der mitte der zwiebel. Dies ist das signal, mit dem gießen zu beginnen. Die blätter entwickeln sich meist erst nach dem blütenstiel oder gleichzeitig mit ihm.
Unterstützende maßnahmen
Um eine kräftige blüte zu fördern, können folgende maßnahmen ergriffen werden:
- Zwiebel vor dem antreiben auf fäulnis kontrollieren
- Beschädigte oder weiche stellen entfernen
- Pflanze regelmäßig drehen für gleichmäßiges wachstum
- Bei bedarf blütenstiel mit einem stab stützen
- Zugluft und starke temperaturschwankungen vermeiden
Mehrjährige pflege als erfolgsgarantie
Eine amaryllis kann bei richtiger pflege viele jahre lang jährlich blühen. Mit jedem jahr wird die zwiebel kräftiger und bildet oft mehrere blütenstiele aus. Manche zwiebeln entwickeln sogar tochterzwiebeln, die nach einigen jahren ebenfalls blühfähig werden und abgetrennt werden können. Die konsequente einhaltung des pflegezyklus aus wachstum, ruhe und neuaustrieb ist der schlüssel zum langfristigen erfolg.
Die amaryllis belohnt geduldige pflanzenfreunde mit spektakulären blüten, wenn sie den natürlichen rhythmus der pflanze respektieren und ihr die nötige aufmerksamkeit schenken. Mit der richtigen pflege nach der blüte, einer ausreichenden ruhephase und optimalen bedingungen beim neuaustrieb lässt sich die zwiebelpflanze zuverlässig zur wiederblüte bringen. Die investierte zeit und mühe werden durch die imposanten blüten mehr als ausgeglichen, die jahr für jahr aufs neue begeistern.



